Das erste Bild ist recht klar: In den offiziellen Baupreisindizes sieht man bisher keinen sprunghaften Ausschlag. Der direkte Effekt des Iran-Kriegs läuft bislang vor allem über Energie, Treibstoffe, Transport und ölbasierte Baustoffe.
Gefühlt sieht es aktuell in vielen Betrieben anders aus, da die Anrufe und Schreiben der Industrie- und Baupartner mit Preisänderungs-Ankündigungen seit 2 Wochen
sprunghaft gestiegen sind.
Laut den vorliegenden Zahlen steigen die Baupreise seit dem Iran-Krieg bisher eher verzögert und moderat – nicht sprunghaft wie 2022. Der jüngste offizielle Destatis-Wert für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude liegt für Februar 2026 bei +3,3 % gegenüber Februar 2025 und +1,5 % gegenüber November 2025; im November 2025 hatte der Jahresanstieg bei +3,2 % gelegen. Das ist also bislang eher eine leichte Beschleunigung als ein neuer Preisschock.
Der direkte Kriegs-Effekt läuft im Moment vor allem über Energie, Treibstoffe und Transportkosten. Destatis meldet für März 2026 eine Inflationsrate von +2,7 % nach +1,9 % im Februar; ausdrücklich als Treiber genannt werden die stark gestiegenen Energiepreise, insbesondere Kraftstoffe und Heizöl seit Beginn des Iran-Kriegs. Für Baupreise heißt das: Der Druck ist da, kommt aber mit Verzögerung in den offiziellen Baupreisindizes an.
Wichtig ist der Zeitverzug: Destatis erhebt Baupreise nur in den Monaten Februar, Mai, August und November. Gleichzeitig verweist die Bauindustrie darauf, dass die Folgen der durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreise in den Materialpreisdaten erst ab März sichtbar werden dürften. Deshalb ist der Februar-Wert noch kein sauberer Volltreffer für den gesamten Kriegseffekt; klarer wird das voraussichtlich erst mit den Mai-Daten.
Fazit: Seit dem Iran-Krieg ziehen die Baupreise in Deutschland eher weiter an, aber bislang nicht explosionsartig. Am ehesten unter Druck stehen öl- und energieabhängige Bereiche; insgesamt rechnen Branchen- und Forschungsquellen für 2026 derzeit eher mit einem Baupreisauftrieb von rund 3,3 %, also deutlich unter den extremen Ausschlägen von 2022 mit +16,4 % im Bauhauptgewerbe.
Die Lage bleibt volatil: Nach einer vorübergehenden Waffenruhe fielen die Ölpreise zwar deutlich, am 12. April 2026 wurden die Gespräche laut aktuellen Berichten wieder ergebnislos beendet. Das spricht eher für anhaltende Unsicherheit als für schnelle Entspannung.
Damit sich jeder Anwender auf das von Ihm erwartete preisliche Szenario einstellen kann, haben wir für Sie diese Übersicht erstellt.
Hier schon mal die wichtigsten Kernthemen, welche via Video erläutert werden:
Aktuelle Preissituation Vorgehensweise
Versionsverwaltung + Preise in anpassen Masterkalkulation
Aktuelle Preise aus Masterkalkulation in ein Projekt importieren
Preise im Projekt ändern
Nicht hinterlegte Ausführungen kalkulieren